Es gibt viele Risikogruppen, die einen erhöhten Verlust bzw. Bedarf oder
eine verminderte Aufnahme von Zink aufweisen können. Erkrankungen und
Ernährungsgewohnheiten können ein Risiko der Unterversorgung mit sich
bringen. Auf der anderen Seite können bestimmte Symptome auf einen
Zinkmangel hinweisen.
Wird der Zinkmangel nicht behoben, kann der Körper mit gravierenden Symptomen Alarm schlagen. Diese Symptome müssen besonders ernst genommen werden, wenn sie bei Personen mit chronischen Erkrankungen auftreten, beispielsweise bei Diabetikern oder Menschen mit einer Leber- oder Darmerkrankung. Gerade bei kranken Menschen wird ein Zinkmangel oft übersehen, weil bei den Untersuchungen die bekannte Krankheit im Vordergrund steht. Ihr werden alle Beschwerden zugeschoben, an ein begleitendes Zinkdefizit wird oft gar nicht gedacht.
Bei einem Zinkmangel droht unter anderem eine Schwächung des Immunsystems: Bei der Abwehr von Krankheitserregern, zu denen auch Grippe- und Erkältungsviren gehören, spielen die Zellen des Immunsystems eine wichtige Rolle. Nur wenn sie ausreichend mit Zink versorgt sind, können wichtige Stoffwechselvorgänge ablaufen und das Abwehrsystem seine Aufgaben erfüllen. Fehlt dem Körper Zink, kann das die Funktion des Immunsystems schwächen.
Immer wiederkehrende Erkältungen, aber auch eine erhöhte allgemeine Infektanfälligkeit können daher auf einen Zinkmangel hinweisen.
Ein Mangel an Zink kann zu einer Beeinträchtigung des Immunsystems und der Verstärkung von Allergiesymptomen führen: Allergien entstehen meist durch eine Überreaktion des Immunsystems. So können bereits harmlose Reize aus der Natur – z. B. Blütenpollen – eine heftige Abwehrreaktion auslösen. Oft sind die Folgen Niesanfälle, Schnupfen und/oder rote, brennende Augen. Auslöser der Symptome ist die Freisetzung des Botenstoffes Histamin bei Kontakt mit den Allergenen.
Ein guter Zinkstatus hemmt die übermäßige Histamin-Ausschüttung. Deshalb kann umgekehrt ein Zinkmangel überschießende Allergiesymptome verursachen. Allergiker sollten deshalb frühzeitig vor Beginn der Allergiesaison einen eventuellen Mangel prüfen lassen.
Ein hoher Prozentsatz der menschlichen Zinkvorräte befindet sich in der Haut, in den Haaren und in den Nägeln. Dies erklärt, warum Zinkmangel häufig in Zusammenhang mit dermatologischen Veränderungen gebracht wird. Der Körper benötigt Zink zur Regeneration, Zellteilung und Heilung. Diese Prozesse sind zum Beispiel bei entzündlichen Hauterkrankungen wie Akne und Neurodermitis, aber auch bei Herpes-Infektionen wichtig.
Bei Hautkrankheiten wie Schuppenflechte oder Neurodermitis, die von einer starken Abschuppung begleitet werden, kann sich eine Art Teufelskreis bilden: Zinkmangel verstärkt die Schuppenbildung und mit den Hautschuppen geht dem Körper weiteres Zink verloren.
Zink ist an der Bildung von Kollagen beteiligt, welches nicht nur für die Haarstruktur von Bedeutung, sondern auch für die Verankerung der Haare in der Haut verantwortlich ist. Zinkmangel kann beispielsweise auch, neben z. B. erblich bedingten Ursachen, für kreisrunden Haarausfall verantwortlich sein.
Das Wachstum der Nägel hängt ebenfalls eng mit der Zinkversorgung des Körpers zusammen. Auch hier kann ein Zinkmangel zu Problemen wie brüchigen und rissigen Nägeln führen.
Bei Menschen, die mehrmals die Woche sportlich aktiv sind, kann es leicht zu Zinkverlusten kommen. Das Spurenelement wird nicht nur über den Schweiß, sondern auch verstärkt über den Urin ausgeschieden. Außerdem sind für den Muskelaufbau relativ hohe Zinkmengen erforderlich.
Hinzu kommt, dass viele Sportler auf eine gesunde Ernährung achten und sich vitaminreich, also mit viel Obst, Salat und Gemüse ernähren – und dadurch leider auch zinkarm. Ist dies der Fall, können Stoffwechsel und Immunsystem dadurch beeinträchtigt werden: Eine erhöhte Infektanfälligkeit bei manchen Sportlern könnte durch das sportbedingte Zinkdefizit verursacht sein. Der Ausgleich eines Zinkmangels stabilisiert das Immunsystem und legt die Grundlage für die optimale physische Leistungsfähigkeit.
Zink ist ein unverzichtbares Spurenelement für gesundes Wachstum und die Entwicklung des Organismus. Zink ist sehr wichtig für die Teilung der Körperzellen. Deshalb besteht bei allen Wachstumsprozessen und damit bei allen Kindern und Jugendlichen ein erhöhter Zinkbedarf. Nur so kann ihr Körper seine Aufgaben bei Wachstums- und Entwicklungsprozessen optimal erfüllen.
Nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten Säuglinge 1–2 mg Zink täglich aufnehmen. Bei Kindern bis zu 4 Jahren steigt der Bedarf von anfangs 3 mg auf später 5–9 mg täglich. Ab dem 13. Lebensjahr sollten Jugendliche 7–11 mg Zink zu sich nehmen. Typische Merkmale für einen erhöhten Zinkbedarf in der Pubertät können auch Hautveränderungen wie Akne sein.
Appetitverlust, Kau- und Schluckbeschwerden sowie mangelnde Motivation oder Möglichkeit zum Kochen können zu einer Mangelernährung älterer Menschen führen. Häufig ist eine zinkarme Ernährung auch auf das Meiden von Fleischprodukten zurückzuführen.
Sinkt infolge von Erkrankungen das Wohlbefinden, lässt auch der Appetit nach und die Aufnahme zinkhaltiger Nahrungsmittel verringert sich weiter. Es kann ein Teufelskreis aus Zinkmangel und Folgeerscheinungen wie Antriebsschwäche und Appetitlosigkeit entstehen. Hier kann die Zufuhr von Zink einen Mangel ausgleichen und damit zur Gesundheit von Senioren beitragen.
Da Diabetiker besonders viel Zink mit dem Urin verlieren, weisen sie häufig einen Zinkmangel auf. Zink ist jedoch gerade für Diabetiker sehr wichtig, da es mit Insulin biochemisch und funktionell in enger Beziehung steht: So ist zum Beispiel Insulin in den Betazellen als Zink-Insulin-Komplex gespeichert. Zink reguliert außerdem die Umwandlung von Proinsulin zum aktiven Insulin und steuert die Insulin-Ausschüttung. Zu guter letzt erhöht Zink die Insulinintensität und reguliert den Insulinabbau.
Ein Ausgleich eines Zinkmangels kann deshalb speziell bei Typ-2-Diabetikern zu einer Senkung des Blutzuckers, einer Verminderung der Insulinresistenz und einer verbesserten Insulin-Speicherung führen. Auch auf das Abheilen der diabetestypischen Geschwüre an den Füßen hat die Behebung eines Zinkmangels positive Einflüsse.
Vegetarier oder Veganer müssen eher mit einem Zinkmangel rechnen: Zum einen enthalten Obst, Gemüse und Getreide relativ wenig Zink, so dass es schwierig ist, den normalen täglichen Zinkbedarf aus diesen Lebensmitteln zu decken. Zum anderen steckt speziell in Vollkorngetreide und auch in Haferflocken viel Phytinsäure, welche die Zinkaufnahme im Körper verhindert. Bei vegetarischer oder sogar veganer Ernährungsweise wird dem Körper deshalb deutlich weniger Zink zugeführt wird als bei einer fleischhaltigen Ernährung.
Bei Nulldiäten oder Fastenkuren wird dem Körper gar kein oder kaum Zink zugeführt. Durch den verursachten Abbau von Muskelmasse geht zudem das in den Muskeln enthaltene Zink verloren.
Während der Schwangerschaft und der Stillzeit ist der Zinkbedarf höher als sonst, da auch der Embryo bzw. der Säugling mit Zink versorgt werden muss. Insbesondere ab dem zweiten Drittel der Schwangerschaft kann der mütterliche Zinkspiegel deshalb deutlich absinken. Ein Mangel kann entstehen.
Das Spurenelement ist sehr wichtig für das Wachstum und die neurologische Entwicklung des ungeborenen Lebens. Kein Wunder, ist Zink doch an einer Vielzahl von Stoffwechselvorgängen beteiligt, zu denen auch die Zellteilung gehört. Bei ausreichender Zinkversorgung während der Schwangerschaft kommt es deshalb seltener zur Geburt von Kindern mit zu geringem Geburtsgewicht.
Übrigens: Das Spurenelement Zink hat auch Einfluss darauf, ob eine Frau überhaupt schwanger wird oder nicht. Denn ein Zinkmangel kann die Fruchtbarkeit bei Männern einschränken.
Erhöhter und dauerhafter Stress kann einen erhöhten Zinkverbrauch und somit Zinkmangel verursachen. Da Stress den Körper außerdem generell anfälliger für Infektionskrankheiten und andere Beschwerden macht, kann eine gezielte Zinkzufuhr in diesem Fall die Immunabwehr stabilisieren.
Hoher Alkoholkonsum führt nicht nur zu einer erhöhten Zinkausscheidung über den Urin. Der Bedarf steigt auch aufgrund der Leberenzyme, die für ihre Mehrarbeit mehr Zink benötigen.
Besonders Patienten mit den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sollten auf den Zinkspiegel achten. Hier sorgen die Durchfälle, die Entzündungen im Darm und oft auch die unausgewogene Ernährung häufig zu einer schlechten Zinkaufnahme im Darm.
Die Leber ist das Hauptorgan des Zinkstoffwechsels. Ein verminderter Zinkgehalt beeinträchtigt die Regenerationsfähigkeit der Leberzellen. Patienten mit Leberkrankheiten leiden unter einer erhöhten Zinkausscheidung und einem Zinkmangel im Blut sowie im Lebergewebe. Da Leberbeschwerden jedoch die Aufnahme von Zink in den Organismus beeinträchtigen, empfiehlt sich für die Zink-Zufuhr gerade hier ein Zinkpräparat mit besonders guter Bioverfügbarkeit wie Zink-Histidin.
Schwere Erkrankungen wie Krebs oder HIV gehen mit einem Verlust an Muskelmasse und dem darin enthaltenen Zink einher.